WALDGÄRTEN

Ein Waldgarten ist…

…eine Nutzpflanzenlandschaft
…ein Ertragssystem
…ein Naturraum, ein Ort für Ruhe und Erholung in Naturverbundenheit
…ein Bildungsort, ein Outdoor-Klassenzimmer für alle Generationen
…ein klimaregulierendes Element, das CO2 langfristig bindet und den Boden aufbaut

Im internationalen Gebrauch ist meist von food forests, forest gardens oder edible landscapes die Rede – in jedem Fall meint man jedoch die Gestaltungsprinzipien, nach denen eine Nutzpflanzenlandschaft angelegt wird, die einen Wald in seiner natürlichen Entwicklung nachahmt. Dem entsprechend heißt es „nicht IM Wald gärtnern, sondern WIE der Wald.“
M
an meint damit sowohl die räumliche Struktur, als auch den natürlichen Entwicklungsverlauf hin zum Wald.

Ein Wald nutzt die drei Dimensionen im Raum immer bestmöglich aus: Bäume und Sträucher unterschiedlicher Höhen, Kräuter, Wurzeln und Kletterpflanzen finden sich über die Zeit in verschiedenen Ebenen oder Schichten ein.

Ein starkes Netz aus Wechselbeziehungen

Ein ausgewogenes und durchdachtes Design nach dem Vorbild der Natur setzt die Pflanzen so zueinander in Beziehung, dass die Konkurrenz unter den Arten minimal ist und die funktionalen Beziehungen untereinander möglichst zahlreich sind. Da so jede Nische mit Pflanzen der passenden Größe, Eigenschaften und Strategie besetzt wird, entsteht ein äußerst stabiles Netz aus Wechselbeziehungen. (siehe auch PK-Prinzip)

 

Neben der räumlichen Struktur imitiert ein Waldgarten aber auch die vierte Dimension, die Zeit. Unter dem Begriff Sukzession ist mittlerweile viel Wissen über die natürlichen Entwicklungsverläufe von Wäldern gesammelt, demnach wird das als permanent gedachte System eines Waldgartens auch immer vor dem Horizont von Jahrzehnten geplant: Vegetationsstufen lösen sich ab, Bäume und Sträucher wachsen heran und schaffen über die Jahre andere Lichtverhältnisse, unter denen sonnenliebende Pioniere allmählich von von schatten-verträglicheren Pflanzen abgelöst werden.

 

Besonders in unseren Breitengraden muss auf gute Lichtverhältnisse geachtet werden, daher nimmt ein Waldgarten hier eine sehr offene und lichte Form an, vergleichbar mit natürlichen Waldrändern, Baumwiesen oder Savannen. Dem entsprechend haben sich hier traditionell Streuobstwiesen entwickelt, die als mehrlagiges Ertragssystem angelegt und genutzt wurden.

Das Aufbauprinzip eines Waldgartens ist jedoch frei skalierbar und kann so auch in kleinen Hausgärten umgesetzt werden.

Warum sollte man einen Waldgarten alegen?

  • Mit der Natur statt gegen sie arbeiten.

  • Bei weniger Aufwand mehr und vielfältige Nutzen.

  • Sie liefern eine große Auswahl an Produkten, die vielfältige Nutzen bieten.

  • Der Nahrungsertrag hat einen hohen Nährwert.

  • Sie sind widerstandsfähig gegen Wetterextreme.

  • Sie sind nicht nur biologisch nachhaltig, sondern sogar aufbauend.

  • Sie fördern ein lebenswertes Klima.

  • Sie sind schöne und ästhetische Umgebungen.

  • Sie haben kommerzielles Potential.

Als Form der Landnutzung haben Waldgärten einen kulturhistorischen Hintergrund:
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