WALDGÄRTEN

WALDGÄRTEN

Ihr Garten- oder Waldgrundstück kann über wenige Jahrzehnte mit ein wenig Management mehr und mehr zu einem ‚food forest‘ werden. Ausgewählte Pflanzen werden hier nach Funktion & Lage im Sinne einer nachhaltigen Forstwirtschaft eingesetzt.

Traditionellen Jägern und Sammlern gelang es über Tausende von Jahren sich aus den Wäldern die sie umgaben zu ernähren. Heute weiß man dass sie dies mit erstaunlich kleinem Arbeitsaufwand, aber geleitet von einem tiefgründigen Verständnis ihrer Umwelt und ökologischer Prozesse erreichten.
Tatsächlich erreichen Wälder der gemäßigten Klimazonen die effizientesten stabilen Nährstoffkreisläufe aller Landschaftsarten und liefern nach Kosten-Nutzen-Rechnungen die höchsten Erträge, hinter denen unsere „modern“ in Monokultur bewirtschafteten Ackerflächen weit zurückbleiben.

Das Prinzip eines Waldgartens ist eine angelegte Nutzpflanzenlandschaft in Nachahmung natürlicher Sukzession. Dabei wird mit Bäumen und Gehölzen unterschiedlicher Höhen, Kräutern, Wurzeln und Kletterpflanzen möglichst der ganze dreidimensionale Raum ausgenutzt. Da beim Design jede Nische mit Pflanzen der passenden Größe und Eigenschaften besetzt wird gibt es kein Unkraut – in Waldgärten ist der größte Arbeitsaufwand die Ernte!

Das Wort „Wald“ ist dabei ein wenig irreführend denn in unseren Breitengraden nimmt ein Waldgarten eine sehr offene und lichte Form an, vergleichbar mit natürlichen Waldrändern und Baumwiesen. Gerade regional vorhandene Streuobstwiesen eignen sich hier perfekt zur Unterpflanzung. Das Aufbauprinzip eines Waldgartens ist jedoch frei skalierbar und kann so auch in kleinen Hausgärten umgesetzt werden.

Der/die Interessierte findet zur Veranschaulichung unter ‚forest garden‘ zahlreiche Bilder und Videos im Internet.
Der älteste (dokumentierte) Waldgarten unserer Klimazone wurde von Robert Hart in den 1980ern in England angelegt. Martin Crawford, Leiter des Agroforestry Research Trust in England, systematisierte den Ansatz seither und beweist mit seinem Waldgarten in Devon die Stimmigkeit seiner Angehensweise.
Neben Crawford haben die Amerikaner Jacke und Toensmeier zu diesem Thema das wohl umfassendste Werk verfasst, das als Meilenstein der Theorie über Waldgärten gilt.